LSD
 
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LSD d-Lysergsäurediethylamid, C20H25N3O, MG 323,2 g/Mol

LSD ist ein Indol-Alkaloid aus dem "Mutterkorn" (botanischer Name: Claviceps pupurea), einem Pilz der an Getreide schmarotzt und Ergotin und andere Alkaloide enthält. (Scene-Begriff: "acid", Säure)

Geschichte

1943 entdeckte Dr. Albert Hofmann, Leiter des Naturstoffe-Labors der pharmazeutischen Firma Sandoz/Basel im Selbstversuch die psychischen Wirkungen von LSD. Er fühlte sich ruhelos und wie betäubt, besonders beeindruckend empfand er kaleidoskopartige Visionen bei geschlossenen Augen. Bereits geringe Mengen, im Durchschnitt nur 100 Mikrogramm LSD, genügen für eine Veränderung des Erlebens (Scene-Begriff: "LSD-Trip") über acht bis zwölf Stunden. Oral eingenommen, beginnt die LSD-Wirkung nach 45 Minuten, injiziert nach wenigen Minuten.

Physiologische Wirkung

Physiologisch wirkt LSD vor allem auf das Stamm- und Zwischenhirn, hier besonders auf das "Limbische System", das die emotionalen Reaktionen auf Sinnesreize steuert und auf das "Retikuläre System", das die Auswahl der Informationen beeinflußt.Außerdem werden weitere vegetative Reaktionen hervorgerufen, die Pupillen sind erweitert, es kann zu Übelkeit und Erbrechen führen, eine subjektive Veränderung der Wärmeregultation ( plötzliche Gefühle von Kälte) wird geschildert. Pharmakologisch kommt es zu einer ziemlich schnellen "Gewöhnung", d.h. bereits am dritten Tag einer kontinuierlichen LSD-Einnahme muß die Dosis gesteigert werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Psychische Wirkung

Stanislav Grof (1978) erforschte vor allem die psychischen LSD-Wirkungen. Übereinstimmend wird als erstes Merkmal eine gesteigerte Brillanz von Farben, sowie eine allgemeine Intensivierung der Wahrnehmung genannt. Bei höherer Dosierung können "Pseudo-Halluzinationen", z.B. Flackern und Glitzern von farbigen Ornamenten, bunten Kreisen, Ellipsen, Spiralen oder Dünenlandschaften, Blütenkelchen, aber auch Fratzen oder Masken auftreten, die bei geschlossenen Augen wahrgenommen werden. Dabei bleibt die Bewußtseinsklarheit unter normalen LSD-Dosen jedoch erhalten. Mystische Erlebnisse und psychologische Einsichten in die eigene Persönlichkeit, z.b. neurotische Verhaltensweisen, mit Evidenzcharakter, führten zum Begriff der "Bewußtseinserweiterung" durch halluzinogene Drogen. Aufgrund dieser Erfahrungen wurde LSD, z.B. von Hans-Carl Leuner (1962) in der Psychotherapie eingesetzt.

Gefahren

Als körperliche Gefahren durch LSD-Konsum werden besonders Chromosomenbrüche in Körperzellen oder Mißbildungen bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft LSD genommen haben, erwähnt.

Als psychische Gefahr wird vor allem der sogenannte "bad trip", ein akuter Angstanfall, als Sofortreaktion genannt, der einer kurzdauernden psychotischen Reaktion ähnelt. Inhalte eines "bad trips" sind meist Verfolgungsängste, der Betroffene fühlt sich von wilden Tieren oder aber von der Polizei verfolgt. In der Regel klingt der "bad trip" von selbst wieder ab oder kann mit Medikamenten (z.B. Neuroleptica oder Valium) behandelt werden. Bei entsprechend disponierten Personen kann eine Psychose (meist in Form einer halluzinatorisch-paranoiden Schizophrenie) "getriggert", d.h. ausgelöst werden.

Weitere Gefahren durch LSD-Konsum bestehen in Unfällen oder Aggressionsdelikten, ausgelöst durch halluzinatorische Verkennungen der Realität, z.B. Fensterstürze in der Gewißheit fliegen zu können oder körperliche Angriffe anderer auf Grund paranoider Verfolgungsideen.

Außerdem können auch noch Wochen oder Monate nach dem letzten LSD-Konsum sogenannte flashbacks , d.h. "Nachhallpsychosen" mit intensiven Angst- und Desorientierungsgefühlen auftreten, die wie ein psychotischer Schub wirken können.

Toxikologische Analytik

Die Urin-Konzentration an unverändertem LSD liegt im Bereich von 1 bis 55 ng/ml 24 Stunden nach oraler Aufnahme von 200-400 µg. Die Metabolisierung des LSD ist noch nicht vollständig geklärt. Hauptmetabolit ist das 2-Oxo-3-hydroxy-LSD. Die Bestimmung erfolgt in der Regel mittels GC/MS- oder LC/MS-Analyse. Die Urinproben sind empfindlich gegen Licht und erhöhte Temperaturen. Bei dunkler, gekühlter Lagerung bleiben die Proben bis zu 4 Wochen stabil.

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Letztes Update dieser Seite: 22.03.2012 - IMPRESSUM - FAQ