Barbiturate
Literatur
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Sammelbezeichnung für früher häufig verwendete Sedativa, Schlafmittel und Antiepileptika auf Barbitursäurebasis. Barbiturate werden heute mit Ausnahme von Phenobarbital (Luminal®) nicht mehr therapeutisch verwendet. Formelschema

Man unterscheidet:

  • Ultralang wirkende Barbiturate:
    wie Barbital (Veronal®, Medinal®), deren Konzentration pro Tag nur 15 bis 20 Prozent fällt, bei einer mittleren Dosis von 0,25 bis 0,50 Gramm
  • Lang wirkende Barbiturate:
    wie Phenobarbital (Luminal®, Phenaemal®) und Methylphenobarbital (Prominal®). Mittlere Dosis: 0,1 bis 0,2 Gramm). Nachweisdauer Urin bis zu 3 Wochen.
  • Mittellang wirkende Barbiturate:
    Durchschlafmittel wie Heptabarbital, Cyclobarbital, Aprobarbital und Pentobarbital (Medinox®), mittlere Dosis: zwischen 0,1 und 0,2 Gramm
  • Kurz wirkende Barbiturate:
    Einschlafmittel, die innerhalb weniger Stunden wieder ausgeschieden werden, wie Hexobarbital (Evipan®), mittlere Dosis von 0,25 bis 0,5 Gramm. Nachweiszeit Urin ca. 24 Stunden.

Physiologische Wirkung

Die physiologische Wirkung der Barbiturate besteht bei niedrigen Dosen in einer Beruhigung, bei höheren Dosen im Schlaf und bei sehr hohen Dosen in einer Narkose. Besonders bei ultralang und langwirkenden Barbituraten besteht eine unerwünschte Nebenwirkung in dem sogenannten "hang-over", dh. am nächsten Morgen nach dem durch die Barbiturate ausgelösten Schlaf sind noch 80 bis 90 Prozent der Wirkstoffe im Organismus. Das dadurch hervorgerufene Gefühl der Müdigkeit und Schlappheit wird oft mit Kaffee oder aufputschenden Mitteln (Weckamine bzw. Amphetamine) bekämpft. So kann es zu einem Teufelskreis einer kombinierten "Schlaf-Weckmittel-Sucht" kommen. Die größte Gefahr besteht in einer akuten Vergiftung : Bewußtlosigkeit, Atemhemmung und Tod durch Kreislaufversagen. Nach längerem chronischen Mißbrauch kommt es zur körperlichen Abhängigkeit mit Symptomen wie Gangstörungen, Händezittern, Lidflattern und Schwitzen.

Psychische Wirkung

Die psychische Abhängigkeit wird an erhöhter Reizbarkeit und Jähzorn bei eingeengten Interessen und Antrieben deutlich.

Entzug

Mitunter kann es - wie beim Alkoholismus - zu einem "Delirium tremens" kommen. Barbituratabhängige müssen eine regelrechte Entziehungskur durchmachen, da ein abrupter Entzug zu epileptischen Krämpfen und Kollapszuständen führen kann.

Historie

Die Barbitursäure wurde erstmals 1864 von Adolf von Bayer am Namenstag der Heiligen Barbara synthesiert.

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Letztes Update dieser Seite: 23.04.2010 - IMPRESSUM - FAQ