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Amphetamine
 
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Schema der Amphetamine Vom Grundkörper des Amphetamins abgeleitete Derivate, die als sogenannte Designer-Drogen weit verbreitet sind. Modifikationen können am aromatischen Ring durch einzelne Gruppen bzw. Ringschluß sowie durch Verlängerung der Seitenkette erfolgen. Modifikation an der Aminogruppe, meist Methylierung, führt zu den Methamphetaminen. Siehe auch Ecstasy.

Physiologische Wirkung

Die physiologische Wirkung ähnelt der des Hormons Adrenalin, der Blutdruck wird erhöht, das Herz schlägt schneller, die Darmbewegungen werden gehemmt und die Bronchien erweitert. Im zentralen Nervensystem kommt es zur Ausschüttung der Neurotransmitter Noradrenalin und Dopamin.

Psychische Wirkung

Das Schlafbedürfnis entfällt, das Gefühl der Müdigkeit wird unterdrückt, die Denktätigkeit wird bis zur Gedankenflucht beschleunigt, die Initiative erhöht. Das Gefühl der Euphorie und eine damit verbundene verminderte Selbstkritik führen zu dem subjektiven Gefühl der Leistungssteigerung. Die körperliche Abhängigkeit bei Amphetaminen ist schwächer als bei Opiaten, die pharmakologische und psychische Gewöhnung ist jedoch stark, d.h. der Süchtige muß immer höhere Dosen nehmen, um die gewünschte Euphorie zu erreichen, kann jedoch kaum noch schlafen. Unter diesem permanenten Stress kann es zu Symptomen akuter Geisteskrankheit, vor allem einer paranoischen Schizophrenie kommen (Verfolgungsgedanken, Stimmen hören, Verwirrtheit).

Entwöhnung

Die körperlichen Abstinenzsymptome beim Amphetaminentzug sind schwächer als beim Entzug von Opiaten. Die Symptome der psychischen Störung klingen nach wenigen Tagen, höchstens Wochen ab. Die psychische Abhängigkeit, besonders bei disponierten neurotischen Persönlichkeiten, hält länger an und kann teilweise erst nach entsprechender psycho-sozialer Therapie überwunden werden. Typisch ist das große Schlafbedürfnis von 12-14 Stunden täglich, häufig noch Monate nach dem Entzug.

Rechtsprechung

Ein positiver Befund im Blut erfüllt den Ordnungswidrigkeits-Tatbestand nach §24a StVG (Cut-Off: 25 µg/l Serum, 200 µg/l im Urin).

 

AmphetaminR1R2R3R4R5
Amphetamin, (R,S)-1-Phenyl-2-propylamin, (R,S)-1-Phenylpropan-2-ylazan -CH3 -H -H -H -H
DMA, Dimethoxyamfetamin, (R,S)-1-(3,4-Dimethoxyphenyl)-2-propylamin, (R,S)-1-(3,4-Dimethoxyphenyl)-propan-2-ylazan -CH3 -H -OCH3 -OCH3 -H
(DOB), Brolamphetamin, Dimethoxybromamfetamin, (RS)-1-(4-Brom-2,5-dimethoxyphenyl)propan-2-ylazan. Nicht verkehrs- und verschreibungspflichtiges Halluzinogen (Anlage I BtMG) -CH3 -OCH3 -H -Br -OCH3
MDA, 3,4-Methylendioxyamfetamin, Tenamphetamin. Bis ca. 1960 medizinisch genutzt, Scene-Droge der 60er und 70er Jahre, seit 1984 im  BtMG als nicht verkehrs- und verschreibungsfähige Droge klassifiziert (Anlage 1). -CH3 -H -O-CH2-O- -H
 MDE, N-Ethyl-3,4-Methylendioxyamfetamin. -CH3 -H -O-CH2-O- -H
MMDA, 5-Methoxy-3,4-Methylendioxyamphetamin. -CH3 -H -O-CH2-O- -OCH3
PMA, 4-Methoxyamphetamin. Illegale Designerdroge, die anstelle von MDA oder MDMA als  Ecstasy gehandelt wird, jedoch in bereits deutlich niedriger Dosierung (ca. 50 mg) wirksam ist. Dosierungen oberhalb von 60-80 mg führen zu einem starken Blutdruck- und Temperaturanstieg und beschleunigtem Puls. Da Ecstasy normalerweise höher dosiert wird, sind mehrere Fälle akzidenteller Überdosierungen mit tödlichem Ausgang bekannt. Die PMA-Tabletten weisen ähnliche  Einprägungen auf wie Ecstasy-Tabletten und sind somit für den User nicht zu unterscheiden. -CH3 -H -H -OCH3 -H
4-MTA, 4-Methylthioamphetamin. Illegale Designerdroge, deren Wirkung gegenüber MDMA deutlich später einsetzt und als "mild " empfunden wird. Daher wird oftmals zusätzliches 4-MTA genommen, was zu teilsweise tödlichen verlaufenden Überdosierungen geführt hat. Wirkung durch Freisetzung von Serotonin, starke Überhitzung des Körpers. -CH3 -H -H -S-CH3 -H
TMA, 3,4,5-Trimethyoxyamfetamin -CH3 -H -OCH3 -OCH3 -OCH3
STP, 2,5-Dimethoxy-4-methylamphetamin, auch "Speed" oder "DOM". Die psychischen Wirkung ähnelt der von  LSD, dauern jedoch länger an (bis zu 72 Stunden) und kann eher zu einer toxischen Psychose mit Verwirrungszuständen und Desorientiertheit führen. Körperliche Nebenwirkungen können in Oberbauchschmerzen, Magenbeschwerden, Übelkeit, Gangstörungen und Muskelkrämpfen bestehen. Neuroleptische Medikamente zur Dämpfung eines "bad trips" können bei STP zu Krämpfen, extrapyramidalen Symptomen oder zur Atemlähmung führen. -CH3 -OCH3 -H -CH3 -OCH3

Siehe auch Methamphetamine.

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Letztes Update dieser Seite: 08.01.2015 - IMPRESSUM - FAQ