Nachweismethoden
 
 
 

Der Nachweis von Drogen in kann mit verschiedenen chemischen Untersuchungsverfahren durchgeführt werden. Im allgemeinen erfolgt zunächst ein qualitatives Screening-Verfahren (Drogen-Schnelltest) mittels enzymimmunologischer Methoden und nur bei positiven Befunden anschließend eine quantitative Untersuchung mit möglichst 2 verschiedenen Verfahren, die die zu bestimmenden Substanzen spezifisch nachweisen können.

Während der Nachweis in Urin und Blut nur Aussagen über kurz zuvor konsumierte Drogen erlaubt, ermöglicht die Haaranalyse den Drogenkosum über längere Zeiträume zurückzuverfolgen, siehe Nachweisdauer

Screening-Tests

Hier ist zwischen laborgebundenen und nicht laborgebundenen Drogen-Schnelltests zu unterscheiden. Letztere dienen insbesondere zur Drogenerkennung für Verkehrsordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG bzw. im Bereich der Zollfahndung, sollen also vom Beamten vor Ort ausgeführt werden. Dazu dienen Drogen-Wischteste (Drug-Wipe®) für Schweissproben und Oberflächenanhaftungen, enzymatische Urinteste (AkkuSign®, Triage®, Ontrac®) und neuerdings Speicheltests (DrugTest®, gegenwärtig für den polizeilichen Einsatz mit einem speziellen Analyzer getestet, sowie als jüngste Entwicklung Biochips SmartClip® zum Multidrug- oder THC/Amphetamin-Schnelltest im Speichel oder Schweiß).

Laborgebundene qualitative Teste ermöglichen die Bearbeitung mehrerer Proben gleichzeitig (MTP-Drogenschnelltests) und liefern halbquantitative Ergebnisse (EMIT®, FPIA®).

Alle enzymatischen Methoden beruhen auf in vitro (also außerhalb des Körpers) ausgeführten Antigen-Antikörper-Reaktionen, wobei zwischen monoklonalen Antikörpern und polyklonalen Antikörpern zu unterscheiden ist. Während erstere selektiv auf eine Substanz ansprechen (z.B. Benzoylecgonin im Cocain-Schnelltest), reagieren letztere mit einer ganzen Gruppe an Substanzen (z.B. Benzodiazepine). Die einzelnen Methoden unterscheiden sich in der Markierungsart des Antigens zur Detektion. Dies können Farbreaktionen sein (Goldkomplexe), aber auch radioaktive Markierungen (RIA) sowie Fluoreszenz-Polarisationsmarkierungen (FPIA). Da die Bildung des Antigen-Antikörperkomplexes eine Gleichgewichtsreaktion gemäß dem Massenwirkungsgesetz ist und die Konzentration des zugesetzten markierten Antigens bekannt ist, kann durch Messung des Markierungsanteils im Komplex oder in der Reaktionslösung durch entsprechende Eichkurven auf die Konzentration des Antikörpers, also des gesuchten Analyten, geschlossen werden.

Qualitative Bestimmung

Zur quantitativen Bestimmung werden die Wirkstoffe zunächst aus ihrer Matrix isoliert (Flüssig-Flüssig-Extraktion, Festphasenextraktion) und mittels chromatografischer Methoden (Dünnschichtchromatografie DC, Hochdruckflüssigkeits-Chromatografie HPLC oder Gaschromatografie GC) durch Vergleich mit Referenzwerten bzw. Spektrenbibliotheken identifiziert. Der Vergleich der Signalintensität mit Standards bekannter Konzentration erlaubt bereits eine halbquantitative Konzentrationsbestimmung.

Quantitative Methoden

Die Extrakte werden - ggf. nach Derivatisierung - quantifiziert. Als Methoden sind Radioimmunoassay (RIA) und insbesondere die Kombination von Gaschromatografie und Massenspektrometrie (GC/MS) von Bedeutung. Letztere erlaubt eine sowohl spezifische als auch sehr empfindliche quantitative Bestimmung.

Daneben stehen für gezielte Analysenaufgaben spezielle Verfahren (z.B. Farbreaktionen mit photometrischer Quantifizierung, elektochemische Reaktionen) zur Verfügung.

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Letztes Update dieser Seite: 08.02.2019 - IMPRESSUM - FAQ