Heroin
 
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Heroin Heroin, Diacetylmorphin, C21H23NO5, MG 369.

Heroin entsteht durch Acetylierung von Morphin mit Essigsäure. Es wurde 1898 erstmals in Deutschland zur Behandlung Morphinsüchtiger hergestellt, da irrtümlich angenommen wurde, dass es keine körperliche Abhängigkeit erzeugt. siehe Opiate.

Heroin gehört zu den sogenannten "harten", i.v.-injizierten Drogen, es führt zu körperlicher Abhängigkeit mit Toleranzsteigerung und starken Entzugserscheinungen beim Absetzen. Überdosierungen können zu Todesfällen (Atemdepression) führen, insbesondere bei Verlust der Toleranz bei längerer Abstinenz, in Kombination mit Alkohol auch schon bei niedriger Dosis. Hinzu kommt das Risiko einer injektionsbedingten Hepatis C oder Aids-Infektionen, insbesondere beim sogenannten "needle sharing".

Der eindeutige Nachweis eines Heroin-Konsums erfolgt mittel GC/MS durch Nachweis von Morphin (Cut-Off: 10 µg/l im Serum) und des heroinspezifischen Metaboliten Monoacetylmorphin (MAM, Cut-Off: 2 µg/l im Serum), der nicht aus Morphin- oder Codein-Applikationen gebildet wird. Ein Langzeitkonsum kann mittels Haaranalyse nachgewiesen werden.

Als Streckmittel für Heroin werden oft Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Ascorbinsäure (Vitamin C) und Coffein verwendet.

Scene-Bezeichnungen sind unter anderem "H" [gesprochen: "Eitsch"], "Schore", "Material", "Mat", "Stoff", "Gift", "Age", "Braunes". Das Gemisch von Heroin und Cocain wird als "Speed-Balls" bezeichnet.

Heroin kann als lipophile Substanz die sogenannte Blut-Hirn-Schranke durchdringen und wird im Gehirn über die Zwischenstufe des Monoacetylmorphins (MAM) zu Morphin abgebaut, das an spezifischen Opiatrezeptoren im Gehirn andockt und dadurch den sogenannten "Kick" auslöst.

Die Dosierung ist stark gewöhnungsabhängig, bedingt duch Toleranzentwicklung. Während für einen Erstuser bereits 50 mg eine tödliche Überdosis sein können, benötigt ein stark abhängiger User täglich bis zu 3000 mg.

In den USA wird unter der Bezeichnung Cheese ein stark mit Schmerz- und Beruhigungsmitteln gestrecktes Heroin verkauft, das nicht injiziert, sondern nasal aufgenommen werden kann. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen hat es große Akzeptanz gefunden, aber auch zu etlichen Todesfällen durch Herzstillstand geführt.

Zur Therapie siehe Entzug und Substitution.

 

Schweiz

Verordnung vom 8. März 1999 über die ärztliche Verschreibung von Heroin

Diese VO erlaubt die heroingestützte Behandlung schwerst Opiatabhängiger unter kontrollierten Bedingungen.

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Letztes Update dieser Seite: 23.10.2012 - IMPRESSUM - FAQ