THC
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THC Abkürzung für Δ-9-Tetrahydrocannabinol, physiologisch hauptsächlich wirksamer Bestandteil des Cannabis. Die Metabolisierung erfolgt hauptsächlich über das ebenfalls physiologisch wirksame 11-Hydroxy-THC (THC-OH) zum physiologisch unwirksamen 11-Carboxy-THC (THC-COOH), das im Blut enzymimmunologisch mehrere Stunden, mittels GC/MS (Cut-Off 5 µg/l) noch bis zu 25 Tage nachweisbar ist, während die Konzentrationen von THC und 11-Hydroxy-THC rasch abnehmen. 70% der THC-Dosis wird innerhalb von 72 h ausgeschieden (40% in das Gewebe, 30% in den Urin als Konjugat).

Im Urin ist 11-Carboxy-THC bei einem Cut-Off von 50 µg/l etwa 5-30 Tage mit enzymimmunologischen Vortests nachweisbar, bei 20 µg/l als Cut-Off sogar bis zu 2,5 Monaten.

Zur Beurteilung der akuten Beeinflussung durch Cannabis wird im Verkehrsstrafrecht zunehmend der sogenannte CIF-Wert (Cannabis Influence Factor) angewendet, der sich aus dem Verhältnis von aktiven zu inaktiven Metaboliten gemäß der Formel CIF = (THC + THC-OH / THC-COOH) x 100 errechnet, wobei zur Normierung die einzelnen Wirkstoffkonzentrationen durch das entsprechende Molekulargewicht zu dividieren sind. Werte > 10 belegen eine absolute Fahruntüchtigkeit, gelten jedoch nicht als Grenzwert.

Bewertung von Befunden für THC und Metaboliten im Blut

Die Speicherung von THC, besonders im Fettgewebe, erfolgt bedeutend länger als beim Alkohol. Spuren von THC lassen sich in Form von Metaboliten noch nach einer Woche und länger nachweisen. Dieser Tatsache wird bei Ordnungwidrigkeiten nach § 24a StVG Rechnung getragen, indem erst ab einem Grenzwert von 1 µg/ml im Blut von einem positiven THC-Befund ausgegangen wird. Der Nachweis eines Langzeitkonsums ist mittels Haaranalyse möglich, wobei jedem cm Haarlänge jeweils ein weiterer zurückliegender Monat entspricht. Der Nachweis einer Drogenfreiheit von THC ist bei früher starkem Konsum als Folge der Depotbildung schwierig, da auch Monate nach Konsumende immer wieder THC aus dem Depot in das neu gewachsene Haar eingelagert wird.

Die biologische Wirkung des THC erfolgt an den CB1- und CB2-Cannabinoid-Rezeptoren, die für die Emotionskontrolle (Angstzustände) eine wichtige Rolle spielen. Als endogene (körpereigene) Cannabinoide sind das Anandamid (1992) und das 2-Arachidonoylglycerol (2-AG, 1995) isoliert worden.

THC wird oftmals von HIV-infizierten Personen gegen die Übelkeit und zur Appetitssteigerung verwendet. Die Befürchtung, THC könnte die Wirkung der in der antiretroviralen Therapie verabreichten Proteasehemmern durch konkurierenden Abbau an den P450-Enzymen herabsetzen, hat sich in jüngsten klinischen Studien der Universität in Kalifornien (Ann. Int. Med., 139, 258-266, 2003) nicht bestätigt. Sowohl bei inhalativer (Joint) als auch oraler (Dronabinol) Aufnahme von THC wurde dagegen eine Stärkung des Immunsystems sowie eine Gewichtszunahme beobachtet.

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Letztes Update dieser Seite: 02.05.2013 - IMPRESSUM - FAQ